Int. Hundeschlittenrennen – Werfenweng

Habt Ihr schon mal ein Hundeschlittenrennen besucht? Wusstet Ihr, dass es diese auch in Österreich gibt? Wenn man Hundeschlittenrennen hört, stellen sich viele sofort den Norden Europas vor oder eventuell Alaska in dem eines der bekanntesten Rennen, genannt Iditarod, stattfindet. Hier in Österreich geht es natürlich nicht um solch extreme Distanzen wie beim Iditarod aber trotzdem hat dieser Hundesport auch hier schon regen Einzug gefunden.

Vom 13. bis 14. Jänner fand das 22. internationale Hundeschlittenrennen in Werfenweng statt. Ausgetragen wurde das Ganze vom Schlittenhundesport Bayern. Es war auch wie beim letzten Mal wieder total spannend und absolut sehenswert. Die kleine aber feine Veranstaltung lag im mystischen Nebel in dem sich immer wieder die Sonne durchkämpfte. Wenn man am Parkplatz vom Auto aussteigt, hört man schon die Hunde von weitem heulen. Man konnte förmlich Ihre Aufregung spüren, es lag die Vorfreude aufs Laufen in der Luft.

Durch den Nebel ergaben sich immer wieder tolle Kulissen. Da die Gespanne auf der Strecke praktisch lautlos unterwegs waren, tauchten die Teams wie Geister aus dem Nebel auf und huschten an einem vorbei. Die Hunde verlassen sich auf den Musher und umgekehrt. Was muss das für ein tolles Gefühl sein, ein eingespieltes Team.

Wenn dem ersten Hund das Geschirr angelegt wird, sind die anderen Hunde kaum noch zu halten. Sie springen vor lauter Freude wild umher. Das ist schon fast ansteckend, denn wenn man die Hunde so sieht, die Freude, der Ehrgeiz und die Action, kommt bei mir selbst schon innerliches kribbeln hoch. Am liebsten würde ich selbst mit … wenn ich es könnte 😉

Sobald das Gespann fertig und startbereit ist, wird es mit Helfern zum Start geführt. Die Helfer sind oft beschäftigt bis zum Startgong die Hunde zurückzuhalten. Es gab aber auch ein paar wenige Gespanne, die die Ruhe selbst waren. Es war absolut aufregend im Start / Ziel Bereich dem Treiben zuzusehen. Es bot sich eine abenteuerliche Atmosphäre, fast schon eine Alaska-Stimmung.

ein Tag beim internationalen Hundeschlittenrennen in Werfenweng

Eckdaten

Ich habe hier mal mein Amateurwissen zusammengefasst – falls also Profis unter euch sind, Ihr könnt mich gerne korrigieren oder etwas ergänzen 😉

Ein Schlittenhundegespann besteht in den meisten Fällen aus zwei bis zu 12 Hunden. Bei einem Doppelgespann gibt es verschieden Positionen, für die sich bestimme Charakter der Hunde eignen:

Leader – die ersten im Gespann
Wheeler – die Hunde direkt vor dem Schlitten und
Swinger – alle anderen Hunde im Gespann

Die Gespannfahrer, so genannte Musher, haben hohe Ansprüche an die Leader, denn die geben das Tempo vor und müssen mit dem Musher kommunizieren und dessen Befehle umsetzen. Wohingegen die Wheeler viel Kraft mitbringen müssen.

Disziplinen

Skijöring: ein Langläufer wird von einem oder zwei Hunden gezogen

Gespannfahren: die Hunde werden vor einem Schlitten oder Wagen gespannt, je nach Jahreszeit und Schneelage

Canicross: Geländelauf mit Hund. Dies war auch zum ersten Mal in Werfenweng am Programm.

Die gängigsten Schlittenhunderassen:

Siberian Husky
Diese Rasse stammt ursprünglich aus den nördlichen Regionen Russlands. Hier begleitet dieser Hund schon seit über 1000 Jahren Nomaden, vor allem die Tschuktschen, als Schlittenhund.

Alaskan Malamute
Ist ein Nachfahre des arktischen Wolfes und nach dem Eskimostamm der Mahlemiut Inuit benannt.

Samojede
Der Name dieses Hundes rührt von dem alten sibirischen Volk der Samojeden her, einem Nomadenstamm aus Jägern und Fischern die diese Hunde bei ihren täglichen Arbeiten einsetzten.

Grönlandhund
Dieser Hund ist eine sehr alte nordische Hunderasse, die den Ureinwohnern Grönlands seit Jahrtausenden als Transporthund und Jagdhund dient.

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